Pflegeberufe müssen aufgewertet werden – Studium in Bad Hersfeld als Chance nutzen

„Die Gesundheitsbranche ist größter Arbeitgeber in der Kreisstadt und damit ein echter Wirtschaftsfaktor und nicht erst seit der Coronapandemie wissen wir: Die Aufwertung von Pflegeberufen ist ein Gebot der Stunde, denn wenn hier nichts passiert, kann schon bald kein ordentlicher Betrieb in den Kliniken aufrecht erhalten werden“, so Dr. Thomas Handke vom SPD-Stadtverband.

 Der Vorschlag der Bad Hersfelder SPD ist daher konsequent und setzt auf die Einsicht, dass man jetzt in die Zukunft planen müsse: „Wir wollen einen Bachelorstudiengang im Bereich Pflege oder einen Aufbaustudiengang auf die duale Ausbildung anbieten, der in Zusammenarbeit mit der THM in Bad Hersfeld initialisiert wird“, so SPD-Fraktionschef Karsten Vollmar und Dr. Thomas Handke. So wie in  anderen europäischen Ländern bräuchten auch wir diesen Weg als Ergänzung, denn er böte – so die Bad Hersfelder SPD – eine zusätzliche Berufsperspektive für Berufsanfänger und bereits ausgebildete Pflegekräfte. Positive Gespräche mit der THM in Bad Hersfeld und Gießen habe es bereits gegeben, auch sei es denkbar, die Bereiche Physiotherapie und Logopädie hier einzubinden – beides seien ebenfalls lohnende Felder im Bereich der medizinischen Versorgung der Bürger der Kreisstadt. Vorbilder gebe es bereits: Neben den medizinischen Assistenzberufen in Skandinavien biete auch die FH in Fulda solche Strukturen in ähnlicher Form an. „Der Markt dafür ist da – wir müssen ihn nur nutzen. Natürlich wissen wir um die Widerstände in den Kliniken, denn die Lohnfrage wird dann anders gestellt werden. Aber die Frage muss doch für uns alle lauten: Was ist uns Pflege wert – und die Bad Hersfelder SPD hat hier eine klare Antwort: Pflegekräfte und medizinische Assistenzen müssen uns mehr wert sein als bisher“, so Handke und Vollmar. 

Man benötige mindestens 15 Student*innen in Bad Hersfeld pro Jahr, so die THM im Gespräch. Wenn diese ein Angebot für eine Übernahme danach bekämen, dann binde man so auch junge Menschen in der Region mit einem guten Job. Im schwarz-grünen Koalitionsvertrag der Landesregierung sei aber die Rhein-Main-Region mit diesen Programmen neben Fulda einseitig gefördert worden – „das kann nicht sein und wir müssen uns in Bad Hersfeld mit der THM und einer solchen Idee positionieren“, weiß auch Dr. Rolf Göbel zu berichten. Die SPD wird jetzt tätig: Neben Kontakt zu den heimischen Abgeordneten und der Intensivierung von Gesprächen mit der THM wird das Ziel sein, ein 2-3 jähriges Bachelorstudium für Pfleger anzubieten, dann einen Fachpflegestudiengang als Optimierung. „Wir sind uns der Chancen bewusst, wissen aber auch um die Widerstände. Uns geht es vor allem um eine gute Ausstattung der Kliniken mit Top-Personal – das sind wir auch den Menschen in Stadt und Landkreis schuldig“, so Dr. Handke, Dr. Göbel, Karsten Vollmar und SPD-Vize Lothar Seitz abschließend.

 Bildunterschrift: Vertreter der SPD Bad Hersfeld setzen sich für die Aufwertung der medizinischen Pflegeberufe ein (von links): Dr. Rolf Göbel, Dr. Thomas Handke, Karsten Vollmar und Lothar Seitz. Foto: privat.

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