Schülerinnen und Schüler der GSO besuchten Landtag

Einen Ausflug ins Herz der Landespolitik, den Hessischen Landtag, machte in der vergangenen Plenarwoche eine Schülergruppe der neunten Jahrgangsstufe der Gesamtschule Obersberg in Bad Hersfeld gemeinsam mit ihren Lehrkräften Arne Stückradt (Stellv. Schulleiter) und Dr. Daniel Faßhauer.

Auf dem Programm stand für die Schülerinnen und Schüler zuerst ein einführender Vortrag zu Grundlagen und Arbeitsweisen des Landesparlaments. Im Anschluss wechselte die Gruppe von der Theorie zur Praxis und verfolgte die laufende Plenarsitzung von der Besuchertribüne. Passenderweise debattierte das Plenum zu diesem Zeitpunkt über Schulpolitik.
„Auf diese Weise konnten die Schülerinnen und Schüler direkt erleben, wo und wie die Entscheidungen, die sie direkt betreffen, diskutiert und beschlossen werden,“ zeigte sich Dr. Daniel Faßhauer im Anschluss begeistert.

Gut vorbereitet und an den politischen Zusammenhängen interessiert, zeigten sich die Obersberg-Schüler dann im Gespräch mit ihrem Landtagsabgeordneten Torsten Warnecke. Warum er sich entschieden habe, Berufspolitiker zu werden, wollte etwa ein Teilnehmer wissen. Warnecke erklärte, dass man diese Entscheidung nicht wirklich selbst treffe bzw. treffen könne. Politik beginne oft, so auch bei ihm, ehrenamtlich – meist schon in Schule oder Studium. Man entwickele mit anderen gemeinsame Ideen und Anregungen: „Es sind dann oft andere, denen diese Ideen zusagen, die nachfragen, ob man nicht kandidieren wolle. Politik ist eben keine Ein-Mann-Veranstaltung, sondern die Suche nach geeigneten Lösungen für die Zukunft – gemeinsam mit anderen,“ so Warnecke.

Wie der Arbeitsalltag eines Politikers denn aussehe, fragte eine Schülerin. Warnecke antwortete, dass es kein Geheimnis sei, dass der Terminkalender von Politikern immer dicht gefüllt sei, auch an Wochenenden. Gerade im ländlichen Raum sind oft längere Strecken und Wege zurückzulegen, um von beispielsweise einer Jahreshauptversammlung in einer Gemeinde zu einem Bürgergespräch in einer andern zu gelangen. „Meine Kollegen aus Frankfurt können das oftmals zu Fuß erledigen,“ verwies Warnecke augenzwinkernd auf die Unterschiede zwischen Stadt und Land.

Das Thema Stadt und Land spielte dann auch an einer anderen Stelle noch eine Rolle: Was er für den heimischen Wahlkreis erreichen möchte, wollte die Gruppe zuletzt erfahren. Als Sprecher seiner Fraktion für den Ländlichen Raum, erläuterte Warnecke, stehe die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse ganz oben auf seiner Prioritätenliste: „Das heißt natürlich erst einmal gute Infrastruktur; und zwar sowohl Verkehrs- als auch digitale Infrastruktur, wie Breitband- und Mobilfunkausbau. Damit hört es aber nicht auf: es geht darum die Finanzmittel gerecht zu Gunsten des Ländlichen Raumes zu verteilen. Oftmals werde in den Städten und Ballungsräumen gefördert und bezuschusst, was auf dem Land durch das Engagement von Ehrenamtlichen gestemmt werde: von der Feuerwehr, über Theater und Museen, bis zum Bus in die nächste Stadt. Hier benötigen wir ein neues Gleichgewicht.“ Ebenso wichtig seien aber auch gute, sozialversicherte und zukunftsfeste Arbeitsplätze in der Region. Dies spiele gerade bei der Lebensplanung junger Menschen und Familien eine entscheidende Rolle. Daher seien die Arbeitsplätze bei K+S für die Region unverzichtbar, allemal für den Wahlkreis Hersfeld.

Zum Abschluss dankte Warnecke den Schülerinnen und Schüler für ihr reges Interesse an der politischen Arbeit, des Landtags, wie vor Ort: „Politik ist kein abgeschotteter Bereich für Berufspolitiker. Wie wir heute und morgen leben wollen, welche Vorstellungen dabei eine Rolle spielen, das entscheiden wir in einer Demokratie gemeinsam – und jede Stimme zählt und macht einen Unterschied.“ Ihm sei, mit Blick auf die jungen Besucherinnen und Besucher der Gesamtschule Obersberg, nicht bange um die Zukunft der politischen Beteiligung, schloss Warnecke.

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